Sonntag, 28. April 2019 um 13 Uhr

Nie wieder Ausgrenzung!

Benefiz zugunsten der Neugestaltung des zukünftigen Magnus-Hirschfeld-Platzes

Buntes Showprogramm mit Künstlern der roten Bühne
Burlesque – Boylesque – Kabarett – Musik - Tanz

 

Am Sterntor, in Sichtweite des Nürnberger Opernhauses, soll ein Ort entstehen zum Verweilen, zum Erinnern, zum Informieren und durchaus auch zum Mahnen. Es steht dort bereits seit 2013 eine Stele zum Gedenken an die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Der Nürnberger Stadtrat plant diesem Platz einen eigenen Namen zu geben. Auf Initiative von Uschi Unsinn, der stadtbekannten Aktivisten für die Rechte von Schwulen und Lesben, veranstaltet das Theater rote Bühne gemeinsam mit seinen Künstlern, allen voran Julia Kempken, eine Benefiz Show mit Tombola, um Geld für eine Neugestaltung dieses Platzes zu generieren, damit er von möglichst vielen Menschen wahrgenommen wird.

 

Magnus Hirschfeld war einer der Pioniere der Sexualwissenschaft und einer der Hauptinitiatoren der weltweit ersten homosexuellen Emanzipationsbewegung. 2018 wäre er 150 Jahre geworden. Er war Arzt und Jude und schrieb schon über Homosexuelle, als Deutschland noch einen Kaiser hatte. Für die Nazis war er der "Apostel der Unzucht". Er beschrieb "Das Dritte Geschlecht" - nicht Mann, nicht Frau, sondern irgendetwas dazwischen; forschte über "sexuelle Zwischenstufen". Er berichtete auch über Männer in Frauenkleidung, was damals so unbekannt war, dass er selbst den Begriff dafür erfinden musste - Transvestiten. "Eine Untersuchung über den erotischen Verkleidungstrieb" heißt seine bahnbrechende Forschungsarbeit aus dem Jahr 1910.

 

Würde man Hirschfeld mit den heutigen Begrifflichkeiten einordnen wollen, so könnte man sagen, dass er ein schwuler Mann war, der voll und ganz hinter dem Konzept der Diversity – der Vielfalt – stand. Und der zumindest einen kleinen Grundstein zur heutigen Queer-Theory gelegt hat, laut der es neben dem biologischem Geschlecht Elemente gibt, die losgelöst von gesellschaftlichen Normierungen zu einer variantenreichen (sexuellen) Identität eines Menschen führen.

 

Ein ernstes Thema, zu dem sich das Theater rote Bühne optimistisch, positiv und sehr unterhaltsam positionieren wird.

 

 

Eintritt:

VVK € 20,-/18,-* || AK € 24,-/12,-*