Eine Reise in Nürnbergs wilde 1920er –

Das Cabinet des Dr. Schmidt

Premiere am Sonntag, 20. Oktober 2019 um 18 Uhr

Gemeinsam mit Ensemblemitgliedern des Theaters rote Bühne und dem Historiker Alexander Schmidt soll mit diesem abwechslungsreichen Bühnenereignis eine faszinierende Ära Nürnbergs wieder zum Leben erweckt werden!

 

Eine Zeit, in der sich Nürnberg zum Zentrum der Spielwarenindustrie entwickelte und die vielfältigen Herausforderungen der Moderne für zündenden Diskussionsstoff sorgten. Eine Zeit, in der nicht Kino oder Fernsehen, sondern Theater und Varieté die Menschen begeisterten und das gesellschaftliche Leben nachhaltig prägten.

 

Die Einblicke hinter die Fassaden einflussreicher Nürnberger Gebäude und Institutionen werden gekonnt und voller Esprit mit Musik, Tanz und Schauspiel untermalt, so dass die Geschichten aus dem Nürnberger Alltag von der Jahrhundertwende bis in die 1930er Jahre hinein auf eine ganz einzigartige Weise erleben werden können.

 

Mit seltenem Bildmaterial aus verschiedenen Archiven nimmt Sie Alexander Schmidt mit zum ehemaligen „Schockn“, dem Kaufhaus der jüdischen Besitzer Julius und Salman Schocken am Aufseßplatz und zeigt, wie hier Waren in einer für die damalige Zeit völlig unbekannten Weise gehandelt wurden – und wie moderne Architektur auf teils vehemente Ablehnung stieß – samt eines aggressiven Antisemitismus.

 

In Emil Meßthalers Intimem Theater in der Theatergasse erleben Sie die skandalträchtige Uraufführung von Frank Wedekinds „Die Büchse der Pandora“. Sie sehen klassisches Ballett im Opernhaus und nicht weit entfernt in der Luitpoldstrasse die burlesquen (fast) Nackttänze in den Revuen des Wintergarten Varietés. Im Apollo Theater in der Sterngasse gastiert eine rasante Steptanz-Show, während im Tanzsaal der Bäckerhofs eine Gruppe junger, wilder Flappergirls den Charleston nach Franken bringt.

 

Auch in der Redaktion der Fränkischen Tagespost, einer von seinerzeit knapp 20 Nürnberger Tageszeitungen, schauen Sie vorbei – im ersten Hochhaus Nürnbergs, dem heutigen Karl-Bröger-Haus.

 

Basis dieser Zeitreise ist das Gebäude der Blechspielwarenwerke Bing, nicht nur virtuell, sondern tatsächlich, denn innerhalb dieser Mauern befindet sich heute das Theater rote Bühne. Unter anderem bei Modelleisenbahnen gehörte Bing neben Märklin zu den bedeutendsten Marken.

 

Übrigens wird auch Julia Kempken, Leiterin des Theaters rote Bühne, mitreisen und unter anderem gemeinsam mit ihren Tapkids im Apollo Theater auftreten. Weitere Tänzer*Innen der Tanzfabrik treten in Aktion und Franziska Baumann und Stefan Rieger ergänzen das Schauspielensemble in den zahlreichen Szenen, die erfahrbar machen, was sich hinter den Mauern verbirgt und was die Menschen damals besonders beschäftigt hat. Dr. Alexander Schmidt ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände und Buchautor, unter anderem von Kultur in Nürnberg 1918–1933. Die Weimarer Moderne in der Provinz.

Termine:
So, 20.10.19 um 18 Uhr
So, 24.11.19 um 16 Uhr
So, 15.12.19 um 16 Uhr
So, 19.01.20 um 16 Uhr

Eintritt ab:

VVK € 25-/21,-*

AK € 28,-/14,-*

 

zzgl. VVK-Gebühren von Reservix
* Ermäßigte Preise gelten für Schüler, Studenten, Azubis und Schwerbehinderte.

 

Karten ohne Vorverkaufsgebühren erhalten Sie an unserer Theaterkasse.


 

 

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