Kann denn Liebe Sünde sein?

Queerness im Faschismus: Der Fall Bruno Balz

Ein-Personen-Theaterstück


“Davon geht die Welt nicht unter
Sieht man sie manchmal auch grau
Einmal wird sie wieder bunter
Einmal wird sie wieder himmelblau”

Als der Librettist Bruno Balz 1941 den Klassiker “Davon geht die Welt nicht unter” für einen kommenden Propagandafilm schreibt, sitzt er gerade im Gefängnis. Die Gestapo hat ihn kurz vorher aufgrund seiner Homosexualität festnehmen lassen. Obwohl seine Texte in der Vertonung von Zarah Leander äußerst erfolgreich sind, darf sein Name nicht mehr öffentlich auftauchen. Fotos von ihm werden vernichtet und er wird gezwungen, eine heterosexuelle Ehe einzugehen.
Erst 1994 wird der §175 gestrichen und Homosexualität in Deutschland nicht mehr verfolgt. Seit 2001 können homosexuelle Paare eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen. Dennoch fühlen sich viele wieder zunehmend unsicher. Die politische Hetzjagd auf trans Personen in den USA, Brandanschläge auf queere Cafés in Berlin oder das vielfache Verbot von Pride-Marches sind nur die Spitze des Eisbergs. Personen, die nicht der heterosexuellen Norm entsprechen, sind wieder vermehrt körperlicher oder verbaler Gewalt ausgesetzt.
Der Blick in die Vergangenheit dient als mögliche Sicht in die Zukunft. In einer Mischung aus Musik und Monolog wird Bruno Balz durch den Sänger und Schauspieler Dominik Müller unter der Regie von Franziska Detrez neu auf die Bühne geholt. Anhand seines Falls lässt sich der Wandel von der offenen Gesellschaft in den 1920ern zum Faschismus der 30er und 40er Jahre nachvollziehen. Welche Erkenntnisse können wir daraus für die heutige Gesellschaft ziehen? In welcher Art von Gesellschaft wollen wir leben?


Fassung und Regie: Franziska Detrez

Musikalischer Leiter: Ferdinand von Seebach
Schauspiel und Gesang: Dominik Müller


Dominik Mueller, Foto: Julia Lormis
Dominik Mueller, Foto: Julia Lormis

Dominik Müller absolvierte seine Ausbildung an der Joop van den Ende Academy in Hamburg. Nach seinem Abschluss zum staatlich anerkannten Musicaldarsteller gastierte er unter anderem am FRITZ in Bremen, am Theater Lübeck und am Theater Pforzheim. Von 2018 bis 2022 war er Ensemble-Mitglied an den Uckermärkischen Bühnen Schwedt, wo er u.a. in Produktionen wie "Shrek" und "The Addams Family" auftrat.

 

In verschiedenen Rollen war Dominik bei der „SpongeBob“- und der „Footloose“-Tournee von ShowSlot zu erleben. In der Spielzeit 2024/2025 übernahm er die Rolle des Kurt in „Die 3 von der Tankstelle“ im tic Kassel.

 

Danach war er als Tänzer am Theater Chemnitz in der Operette "Viktoria & ihr Husar" zu sehen sowie als Cupido in „Orpheus in der Unterwelt“ am Stadttheater Klagenfurt. Am Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin übernahm er die Choreographie für die Produktion von "Sweeney Todd" und an der Deutschen Oper am Rhein war er Teil des Ensembles von „On the Town“.

 

Seit einigen Jahren ist er regelmäßig bei den Gandersheimer Domfestspielen zu sehen, wo er in der aktuellen Spielzeit die Rollen von Horace Vandergelder in „Hello, Dolly!“ und des Dorian Gray im Ein-Mann-Stück „Das Bildnis des Dorian Gray“ verkörpert hat. Auch für die Choreografie von „Hello, Dolly“ war er verantwortlich. In den vergangenen Jahren war er in vielen weiteren Rollen dort zu sehen und übernahm mehrere Choreografie-Aufgaben.

 

Dem Publikum die Lebensgeschichte von Bruno Balz näherzubringen und sowohl an seine berühmten Liedtexte als auch an die schrecklichen Bedingungen, unter denen diese entstanden sind, zu erinnern, ist ihm insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklungen ein besonderes Anliegen.


Termine:

Freitag, 25.09.2026 um 20 Uhr

Sonntag, 27.09.2026 um 18 Uhr

Montag, 28.12.2026 um 19 Uhr


Eintritt (im VVK zzgl. VVK-Gebühren):

VVK € 20,- / 18,-*
AK € 24,- / 12,-*


*Ermäßigte Preise gelten für Schüler*innen, Studierende, Azubis und Schwerbehinderte.

zzgl. VVK- & Servicegebühren von Reservix


Restkarten an der Abendkasse erhältlich. 50% Ermäßigung dort für Schüler*innen, Studierende, Azubis, FSJler*innen und Bufdis. Freier Eintritt mit Nürnberg- oder Fürth-Pass und für Geflüchtete



Gefördert durch die Stadt Nürnberg – Geschäftsbereich Kultur, der Karin und Uwe Hollweg Stiftung und der Kost-Pocher’schen Stiftung.